817 - 1200 Jahre (Ober-/Unter-) Menzing – 2017

Zeittafel zur gemeinsamen Geschichte

12./11. Jahrhundert v.C.:

Anwesenheit von Bevölkerung durch aufgefundene Urnengräber nachweisbar.

748-788:

Der Agilolfinger Tassilo III. ist Herzog von Bayern.

("ca. 760") ("nicht vor 782"):

Die Erwähnung von Menzing für diese Zeiten steht in keinem Zusammenhang mit der so genannten "Tassilo"-Schenkung im 8. Jahrhundert. Diese Urkunde ist nach neuerer Forschung ein Güterverzeichnis von ca. 1150/55.

814-840:

Ludwig der Fromme, Sohn Kaiser Karls des Großen, ist Herzog von Bayern.

6. Nov. 817: (erste urkundliche Nennung)

Der Edle Cotescalch und sein Bruder Deotpald geben ihren Besitz zu Menzing („... in loco nominate mezinga ...") an die Kirche in Freising.

854-875:

Bischof Anno von Freising tauscht von dem Edlen Unaltfried Liegenschaften in Sickenhausen gegen solche in Menzing ein.

859-864:

Bischof Anno von Freising tauscht von dem Edlen Uualtfried Liegenschaften in Sickenhausen gegen solche in Menzing ( „... in loco qui dicitur Menzinga ...") ein.

883-906:

Der "nobilis vir" (= Edelmann) Rathoch wird unter der Amtszeit des Bischofs Waldo als adeliger Lehensherr in Menzing erwähnt.

948-957:

Bischof Lambert tauscht von dem Edlen Rathoh 3 Morgen zu (Ober-, Unter-) Menzing („... in loco Menzinga dicto ...") gegen 2 andere ebenda.

957-972:

Bischof Abraham tauscht von dem Freien Engilhart Besitz zu (Ober- Unter-) Menzing („... in loco Mencinga dicto ...") gegen eine Hofstätte und Ackerland zu Perlach.

ca. 960-ca. 1127:

Engilide gibt einen Teil des Besitzes zu Menzing (Ober-, Unter-) an das Kloster Wessobrunn.

(Anmerkung: Da sich die Formulierung partem predii auch in den Traditionen 109 und 110 findet, ist es gut möglich, dass die Tradition 97 auch in die selbe Zeit wie diese zu datieren ist, also zu ca. 1100-ca. 1127. – Bei dem übereigneten Gut zu Menzing handelt es sich vielleicht um dasselbe, das auch im Güterverwaltungsplan von ca. 1150/55 erscheint.)

ca. 1065:

Magonus von Frihindorf schenkt eine Hube (Halbhof) im Dorf Menzing dem Kloster Ebersberg.

ca. 1150/55 (siehe oben "ca. 760/nicht vor 782"):

Ein Hof in Menzing wird in einem Güterverzeichnis des Klosters Wessobrunn genannt. („Ad cameram hec pertinent: predia ad ... Menzingen ...")

ca. 1155-1157:

Der Freie Eglolf von (Ober- bzw. Unter-) Menzing (Eglolfus de Menzingen) übereignet ein Gut zu (Ober-) Weikersthofen (LK Fürstenfeldbruck).

12./13. Jahrhundert:

In (Ober-/Unter-) Menzing ist ein Ortsadel "de Mencingin" ab ca. 1155 (s.o.) oftmals urkundlich nachgewiesen.

vor 1173:

Die Grafen Otto II. und sein Bruder und C. von Valaie (Valley) übergeben durch die Hand des Herrn Harnid von Staimbac (Steinbach) die Stelle und den Grund der Mühle mit Äckern beim Gut in Menzing (Mencingin) an St. Benedikt (Kloster Benediktbeuern).

1172/73:

a) Der Freie Heinrich von Menzing (Henricus de Mencingin) (Ober-, kaum Untermenzing, Stadt München) übergibt seinen dortigen Besitz dem Freien Altum zur Übereignung an Wessobrunn nach seinem Tod.

b) Altum vollzieht nach Heinrichs Tod die Auflassung. (ca. 1178-1179 vor August).

Anmerkungen:

In (Ober-, Unter-) Menzing erhielt Wessobrunn schon vor 1128 Besitz (Tradition Nr. 97: ca. 960-ca. 1127). Der Güterverwaltungsplan von ca. 1150/55 nennt u.a. solchen zu Menzing, ... (vgl. Anhang Nr. 3). Die Schenkung Heinrichs von Menzing war vermutlich erst die Voraussetzung für den Erwerb der Pfarrechte in Menzing, die Wessobrunn in einem großen Privileg Alexanders III. vom 18. Sept. 1179 bestätigt erhielt (MB 7, 385 ff. Nr. 9), weshalb der Terminus ante quem für Trad. 62b wohl zu 1179 (vor August) anzusetzen ist. Bf. Otto II. von Freising wies 1212 den Anspruch des Ritters Eberhard von Schwabing auf den Zehnt eines seit langem Wessobrunn gehörenden Hofs in Menzing zurück (MB 7, 387. Nr. 10).

ca. 1176-ca. 1178:

Der Freie Heinrich von Menzing (Henricus de Menzingin) (Ober-, Unter-) unterstellt sich als Zinspflichtiger.

1178-1179 vor August:

b) Altum vollzieht nach Heinrichs Tod die Auflassung, den Menzinger Besitz des Freien Heinrich von Menzing an das Kloster Wessobrunn zu übereignen (siehe "1172/73").

1178-1180:

a) Herzog Konrad III. von Dachau übereignet auf Todfall, auch wenn er einen Erben haben sollte, Besitz in Wall (LK Miesbach).

b) Derselbe übereignet auf Todfall, sollte er keinen Erben haben, einen Hof in Röhrmoos (LK Dachau). Zeuge u.a.: Heinricus de Manzingen

1. Nov. 1311:

Erstmalig als Aubinger Pfarrer wird ein Chunrat genannt als Zeuge einer Tradition (Besitzübergabe) des Choch von Germering an das Kloster Polling.

20.09.1313:

Marquart der Gelaitte (Galante?) (:Glaiten?Tirol?) von der Nionstat (:Neustadt:), Chorherr zu St. Andre zu Freysing, herzogl. Schreiber, vertauscht seine Hube zu Paesing (Pasing), die er erkauft hat von Heinrichen dem alten Waten, und seine Hube zu Chraeuling (Krailling:), die er von Hainrichen dem Chorbair zu Menzing erworben hat, an das Kloster Benedictpewern gegen einen Hof zu Fuerholtz (:Fürholzen:).

1315:(erstmalige Nennung von zwei Menzing)

Erstmalig wird eine Kapelle in Ober- wie auch Untermenzing in der "Konradinischen Matrikel" als Filialkirche von Aubing genannt:

„Aubing soluit XX scaffas f(ru)menti et IIII (Pfd.) den(ariorum), duas pernoctaciones vel unam lib(ram), h(abe)t V filias: Paesing. Aloch. duo Mentzing. Lamen cum sepultur(is)."

= Aubing gibt 20 Scheffel Getreide und 4 Pfund Pfennige, 2 Übernachtungen (wohl für den Bischof oder dessen Beamten) oder 1 Pfund (Pfennige). Es hat 5 Tochterkirchen: Pasing. Allach. zwei Menzing. Laim mit Begräbnisstätten.

1325:

Der Weiler Pipping wird erstmals urkundlich erwähnt, als Otto Teufelhart, Bürger zu München, vom Kloster Wessobrunn die Herrschaft über Güter zu Obermenzing, Pipping und Moosach gegen die Entrichtung von 32 Pfund Münchner Pfennige hat.

1350 und 1356:

Am 3. Mai 1350 und am 10. Juni 1356 treten ein Chunrat (Konrad) der Alte von Menzing und andere in Urkunden des Angerklosters in München als Bürge auf.

12. März 1365:

Als Siegelzeugen treten Chunrat der Frey und Hainreich der Vischer von Nidern Menzing auf.

1397:

Im "Wessobrunner Urbar" werden erstmals ausführlich die Besitzungen des Klosters in Obermenzing und Pipping beschrieben, nämlich 3 (Ganz-) Höfe, 3 Huben (Halbhöfe), 3 Lehen (Viertelhöfe), die Mühle und die Hofstatt bei der Brücke in Obermenzing und 2 Höfe in Pipping, sodann in Untermenzing der „Fauchthof" und das „Lechen" (= Lehengut oder auch Lehen als ¼-Hof).

1401:

Kaufbrief vom St.Jacobsabend für das Dorf Menzing (Hans der Sumersdorfer an das Kloster Wessobrunn).

24. Mai 1402:

Ernst, Herzog in Bayern, bestätigt dem Abt und dem Konvent zu Wessisprunn (Wessobrunn) den Kauf des DorfesMenzing, welches Hans der Sumerstorfer 1401 an das Kloster Wessisprunn verkauft hat, und verspricht als Lehensherr des Dorfes Menzing das genannte Kloster zu beschirmen. Gegeben zu Wolfratshausen am Gottsleichnamsabend.

1403:

Im Münchner Bürgerkrieg während der Vierherzögeregierung schneiden 200 Bauern der aufständischen Stadt München das Wasser ab. Sie leiten ihr Unternehmen damit ein, dass sie vierzig ländliche Mühlen im Umkreis der Stadt – also auch wohl in beiden Menzing – niederbrennen.

Vereidigungsbrief um das Dorf Menzing zwischen dem Sumersdorfer und dem Kloster Wessobrunn am Erchtag (Dienstag) nach St.Matthäus-Tag.

Im gleichen Jahr wird das Kirchweihfest der Kirche St.Georg vom Sonntag nach dem Fest des Hl.Laurentius auf den Sonntag nach dem Fest der Apostel Philipp und Jakob verlegt. - Daraus ist zu schließen, dass die Kirche also nicht erst 1444 konsekriert wurde, sondern bereits erheblich früher.

25. Aug. 1404:

Herzog Ernst und seine Gemahlin Elisabeth verpfänden ihrem Sröter (= Kellermeister) Hans dem Reistner für eine Schuld von 64 Pfund Pfennig einen Hof zu „Nidern Menzingen bei der Wirmpruckh" (= „Sterrhube") und einen Hof zu Ulchingen im Dachauer Gericht.

07. Feb. 1406:

Heinrich Höhenkircher bekennt, dass ihm sein Vetter Abt Ulrich zu Wessobrunn bezüglich des Vergleichs zwischen genanntem Abt und Hanns dem Sumerstorffer über den Sedlhof zu Menczingen, wofür Jakob Eglinger Bürge war, völlig Genüge getan habe und macht sich anheischig, falls ein Lehenverhältnis des genannten Sedlhofs zu denen von Freising – welches seinem Schwager und Abgesandten Heinrich dem Ramung gegenüber nicht festgestellt werden konnte – nachträglich erwiesen werden sollte, denen von Freising ein anderes Gut zu Lehen aufzutragen oder für das

Kloster Wessobrunn Lehenträger zu sein.

Es konnte festgestellt werden, dass dieser „Sedlhof" letztlich in Obermenzing gelegen war (1429, 1438, 1460, 1486, 1501, 1508) aber nicht zu identifizieren ist.

21. Juli 1408:

Herzogin Elisabeth von Bayern erlaubt ihrem Diener Hanns Salf, die ihm verpfändeten 2 Güter zu Nidern Menczingen und Olching im Dachauer Gericht um die Pfandsumme weiter zu versetzen.

06. Dez. 1412:

Ott Lewtel von Nidern Mennczing übergibt seinen Zehent zu Achloch und sein Gütl alda, worauf der Spilberger sitzt (also das „Spielberger-Gütl" in Allach), dem Gottshaus sand Marttein und sand Nicklas zu Nider Menczing, damit der dortige Pfarrer alle Montage des Jahres eine Seelmesse für den Schenker und seine Familie lese und alljährlich am Kirchweihmontage einen Jahrtag mit Seelenamt und Beimesse begehe.

Dies ist der bisher älteste bekannte Jahrtag, der in die Kirche St.Martin gestiftet wurde.

Am nämlichen Datum wir der älteste uns bekannte Jahrtag in Obermenzing von "Kathrey Furttmonin Wittib zu ObernMenncing" in der Kirche St.Georg für ihren offensichtlich verstorbenen Ehemann Ulrich gestiftet.

1414:

Leibgedingsbrief auf der Scherzenhueb zu Menzing vom Closter Wessespronn am Samstag nach St.Matthäustag 1414.

Es konnte auch dieser Hof bisher nicht zweifelsfrei identifiziert werden (1439, 1441). Möglicherweise handelt es sich um den „Hofbauer", der direkt vor der Blutenburg gelegen war und 1812 abbrannte.

1424:

Kaufbrief von Herrn Hansen Freyberger an Heinrich Haidl Pfarrer zu Aubing um die Hube zu (Unter-) Menzing gegeben. Es handelt sich hierbei um die ehemals zu St.Ullrich in Laim gehörige Hube (= Halbhof), die nachmalige „Sterrhube".

07. Juli 1425:

Herzog Wilhelm III. von Bayern, der Oheim Albrechts III., datiert in "blyntenburg" (in Ungarn) ein Schreiben an seinen Bruder Ernst in München. Es handelt sich hier nach neuerer Forschung nicht um unsere Blutenburg, die dann am 14. März 1432 in einem Schutzbrief mit "Plüdenberg" eindeutig genannt wird.

1430:

Nach der Hussiten-Steuerliste von 1430 hat Untermenzing im „gevild" (= Gfild) 2 Pfund Pfennige und 15 Denare Hussitensteuer abgeliefert. Obermenzing wird in dieser Steuerliste nicht genannt.

um 1431-1440:

Die gotische Burganlage wird durch Erbprinz Albrecht, nachmalig 1438-1460 Herzog Albrecht III., errichtet.

1432-1435:

Herzog Albrecht und Agnes Bernauer († 12. Okt. 1435) halten sich in Blutenburg auf.

8. Jan. 1433:

Am „Pfinztag (= Donnerstag) nach Heiligdreikönigstag" (= 8. Januar) 1433 erwarb die „ehrsame Jungfrau Agnes die Bernauerin" zu Lehen eine zu St.Ulrich (in Laim) grundbar gehörende Hube (= nachmalige „Sterrhube"), auf der der Taurel, sowie eine Hofstatt (= nachmaliger „Beinhofer"), auf der der Chunntz Schneider saßen, die beide in „Niedermenzing" gelegen sind. Herzog Ernst wird in der Urkunde ausdrücklich als der Lehensherr aufgeführt.

Als Kaufpreis waren 25 Pfund Münchner Pfennige vereinbart, die auch bar bezahlt wurden. Hier scheint sie Erbprinz Albrecht als ihr künftiger Gemahl sowohl mit Geld als auch beim Einrichten kräftig unterstützt zu haben.

Hzg. Albrecht erwarb noch am selben Tag („St.Erhardstag" = 8. Jan. 1433) von seinem Vater, Herzog Ernst, die Lehensrechte über beide Untermenzinger Anwesen, die vorher der Dechant und Pfarrer zu Pfaffenhofen, Johann (der) Freiberger, als herzogliche Lehen innehatte. Er stiftete die Einnahmen aus den Höfen zur Deckung der Kosten für eine Wochenmesse in Obermenzing zu Ehren des Hl.Kreuzes, St.Georg und St.Katharina, „die Zu oberMenzing in der khürchen rastent sindt."

Er übertrug mit dieser Urkunde seines Vaters das Eigentum der Anwesen an die „obgeschriben Heilligen und Irer Khürchen Pröbst", d.h. die Kirchenverwaltung. Die Stiftung erfolgte also zunächst zu Gunsten von drei Altären in der Obermenzinger St.Georg-Dorfkirche.

1440/1442:

Obermenzing und Pipping werden (mit nicht eindeutiger Jahresangabe) als "Hofmark" deklariert (noch ohne Untermenzing!)

14. Mai 1441:

Herzog Albrecht III. erwirbt vom Kloster Wessobrunn „etlich Güeter zu Menzingen" (d.h. 17 von 23 Anwesen) und das Holz "genannt der Laim" sowie das Fischrecht in der Würm gegen Abgabe herzoglicher Güter im Lechrain. Es handelt sich dabei offensichtlich ausschließlich um Obermenzinger Anwesen.

um 1445:

Nach dem Herdstättenbuch für das Gericht Dachau befinden sich in Untermenzing 19 Anwesen. Zu Obermenzing, Blutenburg und Pipping fehlen Angaben, da dieses Gebiet bereits hofmärkisch ist.

3. Sept. 1467:

Herzog Sigismund verzichtet freiwillig auf die Mitregentschaft (1465-1467), sein Bruder Hzg. Albrecht IV. der Weise wird Alleinregent (1467-1505) im Herzogtum Bayern-München.

Herzog Sigismund zieht sich unter Beibehaltung des Besitzes der Schlösser Dachau, Nannhofen, Starnberg und Grünwald sowie einem Jahreseinkommen von 4.000 Gulden auf sein Lieblingsschloß Menzing zurück.

1478-1480:

Herzog Sigismund lässt die Kirche St. Wolfgang in Pipping (neu) erbauen.

1482:

Stiftbrief des Oswald Alderspeck, Hofkaplan des Herzogs Albrecht IV. und Aubinger Pfarrer, im Namen seines Herrn Hzg. Sigismund, zu einer ewigen und täglichen (Früh-) Messe im Gotteshaus zu Niedermenzing, dotiert mit den Einnahmen aus 5 Untermenzinger und 1 Moosacher Hof, sowie den Opferstockeinnahmen.

1486:

Nach dem "Salbuch über das Schloß Menzing" gehören die Orte Ober- und Untermenzing, Pipping "unnd was zu pasing her dißhalb der strass gegen menntzing gelegen ist" zur Hofmark Menzing.

1488-1499/1500:

Hzg. Sigismund lässt die Schlosskapelle St.Trinitatis in Blutenburg (1488), die Kirchen St.Martin in Untermenzing (1499) und Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen am Starnberger See (1499/1500) (neu) erbauen.

19. März 1496:

Die Stiftung vom 08.01.1433 von Hzg. Albrecht III. wird von Hzg. Sigismund erneuert wegen Verlust des Stiftungsbriefes, allerding nun auf einen „St.Michaelsaltar" (?) der Kirche zu Obermenzing.

Schon alsbald danach – wohl 1519 – ist die Wochenmesse von der alten Schlosskapelle in einem Turm der Blutenburg dann auf die neu erbaute (heutige) Schloßkapelle übertragen worden.

1501:

Nach dem Kuchlholzbuch befinden sich in Untermenzing 31 Anwesen, in Obermenzing mit Pipping sind dies 30 Anwesen.

1. Feb. 1501:

Herzog Sigismund stirbt 62jährig zu Blutenburg. Das Schloss mit der Hofmark fällt an den Regenten Albrecht IV. den Weisen zurück.

1508:

Menzing wird in der "Erclärung der Landsfreyhait des Herzogthumbs Bayren" zum einzigen herzoglichen Reservat für die niedere Jagd erklärt.

16. Juni 1508:

Hzg. Wolfgang in Bayern stiftet als Vormund seines Neffen Wilhelm und in Ausführung eines Vorhabens Hzg. Albrechts IV. sel. in der von Hzg. Sigismund neuerbauten Kapelle im Vorhofe des Schlosses Menzing an der Würm eine ewige Messe und dotiert selbe mit nachstehenden Gütern und Gefällen:

1) einer jährl. Gült von 20 fl. (Gulden) aus dem Sedlhof des Wiguleus Hundt zu Lauterbach,

2) einer jährl. Gült von 5 fl. aus dem Hof zu Tätenried des Münchener Bürgers Jakob Rigler

3) einen Hof zu Nieder-Menzing, worauf der Bauer Ostermair sitzt, samt Holzmark,

4) einen Hof zu Neuhausen in der Sendlinger Pfarrei,

5) ein neu zu erzimmerndes Haus samt Hofstatt und Garten (Obermenzinger Benefiziatenhaus).

Die Verleihung der Messpfründe, deren Inhaber keine Pfarrpfründe dazu annehmen und nur dem Pfarrer von Aubing mit Krankenbesuch und Kindtaufen aushelfen darf, soll dem Landesherrn zustehen.

1520:

In der Kirche St.Martin werden bereits 10 gestiftete Jahrtagsmessen zusätzlich zu der herzoglichen Messe abgehalten.

1532:

Nach dem Musterungsregister sind 29 Wehrpflichtige mit ihren Anwesen in Untermenzing.

1555:

Albrecht V. tauscht ein Benediktiner-Klostergut zu Menzing gegen eine Sölde in Kochel ein.

1581:

Nun werden 31 wehrpflichtige Männer mit Alter und einige mit ihrer Bewaffnung in Untermenzing aufgelistet.

1598:

Nach der Verwaltung der Hofmark durch eine Reihe von Pflegern erhält Herzog Wilhelm V. als abgedankter Herrscher Menzing zur Ausstattung.

1. Sept. 1601:

Hzg. Wilhelm V. setzt den Dr.med. Johann Jacob Burckhardt (gebürtig aus Solothurn), "der Arzney Doctor, fürstlicher Rath und Leibmedicus" als Pfleger der Hofmark auf Lebenszeit ein.

30. März 1616:

Burckhardt und "seine Hausfrau geborene Schobingerin" stiften einen Jahrtag im Werte von 75 Gulden. Schon 1610 hatten sie ein Glasfenster (heute verschollen) für St.Georg gestiftet.

1632:

Während des 30jährigen Krieges (1618-1648) wird – entgegen früheren Darstellungen und inzwischen nachweislich – Schloss Blutenburg nicht niedergebrannt; die umliegenden Ortschaften aber werden von den feindlichen Truppen 1632 und 1648 sicherlich heimgesucht und geplündert.

1663-1676:

Kurfürstin Henriette Adelaide ist Eigentümerin der Hofmark Menzing und beginnt 1664 mit dem Bau von Schloss Nymphenburg.

27. Apr. 1676:

Anton Freiherr von Berchem, kurfürstl. Geheimrat, erwirbt nach dem Tode der Kurfürstin († 16. März 1676) die Hofmark Menzing um 10.000 Gulden. Er lässt die Schloßanlage in den Folgejahren großzügig zu den heutigen Ausmaßen umbauen.

8. Juni 1676:

31 Untermenzinger, 40 Obermenzinger und 4 Pippinger Bauern müssen sich ihrem neuen Hofmarksherrn Anton Frhr. v. Berchem verpflichten.

1678:

Das Dorf Allach kommt unter die Jurisdiktion der Berchem’schen Hofmark Menzing.

27. Mai 1687:

Das Kloster Wessobrunn überläßt seine auf den 3 Pippinger Anwesen (Mayrhof, Wessobrunner Hof und Mesner-Gütl) haftenden Rechte endgültig dem Anton Freiherrn von Berchem, nachdem dieser 1673 bereits die Vogteirechte übernommen hat.

26. Apr. 1700:

Berchem stirbt und seine Erben prozessieren mit dem Kurfürsten wegen der Übernahme der Hofmark.

1701-1703:

Der Nymphenburger Kanal von Pasing über Pipping, Obermenzing und Nymphenburg zum Schwabinger Bach wird angelegt.

Der Schlosspark wird in den Jahren 1701 bis 1716 gestaltet und die Anlage mit der Errichtung der Parkmauer 1733 beendet, wofür auch die Obermenzinger Bauern erheblichen Grund abtreten müssen.

30. Juni 1702:

Die Berchem’schen Güter in Obermenzing, Untermenzing und Allach fallen mit ihrer Jurisdiktion endgültig an den Hof zurück. Besitzerin wird Kurfürstin Theresia Kunigunde († 1730). Die "Einantwortung", d.h. die offizielle Übergabe erfolgt am 17. Juli 1702.

Untermenzing wird nach der „Erläuterung der Berchem’schen Hofmarks-Rechnungen von 1702" mit allen 31 Anwesen noch der Jurisdiktion der Hofmark Menzing zugerechnet.

Allach kommt wieder unter die Jurisdiktion des Landgerichts Dachau.

1704:

Nach dem Grund- und Stiftbuch der Hofmark Pasing von 1704 ist diese nunmehr Obereigentümer von 12 Untermenzinger Anwesen. Den Zehent erhält die Kurfürstin. 23 Fischhölzer in der Würm gehören der Hofmark Pasing, weitere 4 Fischhölzer wurden schon am 30.05.1672 an den kurfürstlichen Pflegeverwalter in Friedberg, Ignatius Mestner, verkauft. Die zur Hofmark Menzing grundsteuerpflichtigen Anwesen in Obermenzing, Blutenburg, Pipping und Untermenzing verbleiben weiterhin bei der Kurfürstin.

27. Sept. 1708:

In St.Martin wie auch in St.Georg werden die Altäre von Johann Sigismund Zeller Frhr. von Leibersdorf und Kleinstötten, dem Freisinger Weihbischof, neu geweiht auf dessen Weihereise durch die Dörfer westlich von München.

18. Feb. 1722:

Die noch bestehenden 30 Untermenzinger, dann 31 Obermenzinger und 4 Pippinger Anwesen werden der Jurisdiktion der Hofmark Menzing zugerechnet.

15. Apr. 1726:

Es werden im Güterverzeichnis 28 und 1 neues Untermenzinger Anwesen zur Jurisdiktion der Hofmark Menzing gehörig aufgezählt. In Obermenzing sind es insgesamt 39 Anwesen, wobei sich die Mehrung durch Aufteilung einiger Anwesen ergibt.

1742:

Vom Österr. Erbfolgekrieg (1741-1745) bleibt Obermenzing nicht verschont und muss weit über 300 Gulden an das hier einquartierte Regiment des Hauptmanns von Warestin zahlen.

Bezüglich Untermenzing sind bisher noch keine Dokumente aufgefunden worden.

1752:

Die Untertanenbeschreibung (mit Jurisdiktion) der „churfürstlichen Allodiat Hofmark Ober: und Undermenzing dan Pipping ..." von 1752 weist 33 Untermenzinger Anwesensbesitzer mit 35 Anwesen auf. Davon haben nachfolgende Grundherren ihren Anteil:

Hofmark Menzing: 10 Anwesen

Hofmark Pasing: 11 dto.

Kirche Untermenzing: 1 dto.

Pfarrer von Aubing: 8 dto.

Kirche Hl.Kreuz in Freiham: 1 dto.

Benefizium Blutenburg: 2 dto.

Kirche Neuhausen: 1 dto.

Kirche St.Johann in Allach: 1 dto.

Summe 35 Anwesen

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In Obermenzing sind es inzwischen 47 Anwesen, deren Grundherren sind:

Benefizium Obermenzing 1 Anwesen

Pfarrei Aubing 2 dto.

Gotteshaus Obermenzing 3 dto.

Gotteshaus Pipping 1 dto.

Benefizium Pasing 1 dto.

Hofmark Pasing 4 dto.

Hofmark Menzing 36 dto.

Summe 47 Anwesen

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02. Mai 1760:

Nach dem Anlags-Buch der kurfürstl. Hofmark Ober- und Unter-Menzing, dann Pipping haben wir eine kleine Veränderung in der Untermenzinger Anwesenszahl:

Hofmark Menzing: 10 Anwesen

Hofmark Pasing: 10 dto.

Kirche Untermenzing: 1 dto.

Pfarrer von Aubing: 8 dto.

Kirche Hl.Kreuz in Freiham: 1 dto.

Benefizium Blutenburg: 1 dto.

Kirche Neuhausen: 1 dto.

Kirche St.Johann in Allach: 1 dto.

Summe 33 Anwesen

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In Obermenzing werden (durch Zusammenlegung) insgesamt 42 Anwesen gezählt, wobei zur Hofmark Menzing nur noch 32 grundmäßig gehören, die anderen Grundherren verbleiben wie 1752.

1769:

Das alte, nur aus Holz gebaute Benefiziatenhaus (heute: Sozialstation Obermenzing-Würmtal an der Pippinger Straße Ecke Verdistraßen-Kreisel) war baufällig und wird unter Benefiziat Conrad Raiser vom kurfürstlichen Hofbauamt mit Ziegelsteinen aus dem abgebrochenen "Senserhaus" (= ehemalige Tabakfabrik Obermenzing) in der heutigen Form neu aufgebaut.

1787-1788:

In diesen Jahren führen die Obermenzinger und Pippinger Bauern ausführliche Verhandlungen mit der Hofkammer um Steuernachlässe, da ihnen seinerzeit zwar Gründe für den Bau des Kanals und des Schloßparks genommen, sie dafür aber angeblich niemals entschädigt wurden.

10. Okt. 1799:

Votivtafel in der Wallfahrtskirche St.Leonhard in Siegertsbrunn: „Anno 1799 den 10. Oktober hat sich eine ehrbare Gemeinde von Untermenzing in der Roß- und Viehseuche zu dem wundertätigen und gnadenreichen hl.Leonhard nächst Siegertsbrunn hin verlobt. Wo sie durch ihr festes Vertrauen einen Kreuzgang angeführt und also bald Hilf erhalten, wofür Gott und dem hl.Leonhard als ihren Fürbitter ewigen Dank gesagt worden."

1801-1825:

Schloss Blutenburg wird von (Kurfürst, dann König) Max IV. Joseph genutzt.

1802/1803:

Die Säkularisation geht scheinbar spurlos an Ober- und Untermenzing vorbei.

1803:

Es wird das Landgericht München „älterer Ordnung", das für das Münchner Umland zuständig war, im Rahmen der Landgerichts(neu)einteilung gebildet. Es setzt sich zusammen aus dem Gericht ob der Au und Giesing, dem Gebiet Neuhausen, das zum Landgericht Dachau gehörte, dem Amt Perlach vom LandgerichtWolfratshausen, den Gebieten Gauting und Germering aus dem Landgericht Starnberg, einschließlich Forstenried, Neuried, Planegg, Lochham und Freiham, und Fröttmaning und Garching, die im Landgericht Kranzberg gelegen waren.

Im Zusammenhang mit der Bildung des Landgerichts Freising kam dazu noch der obere Teil der Grafschaft Ismaning, wozu Ismaning, Ober- und Unterföhring, Daglfing und Englschalking gehörten.

1. Jan. 1806:

Bayern wird Königreich "von Kaiser Napoleons Gnaden".

21. Juni 1808:

Es ergeht die Verordnung für eine neue Territorialeinteilung. Ober- und Untermenzing kommen zum Isarkreis.

Ober- und Untermenzing mit Pipping bilden dabei den „Steuerdistrikt Untermenzing" im Bereich des Amtes Neuhausen.

1809:

Bayern wird vermessen und das Ergebnis in Karten festgehalten. Dazu folgt 1812 die Anlage des "Ur-Katasters", dem Vorläufer unseres heutigen Grundbuchs.

1812:

Das „Ur-Kataster", der Vorläufer unseres heutigen Grundbuchs, wird erstellt. Es weist erstmalig den gesamten Grundbesitz mit Plan-Nummern, Größe, Bonität und Abgabenhöhe der Grundbesitzer aus.

Im „Steuerdistrikt Untermenzing" erhält Untermenzing demnach die Plan-Nummern 1 bis 1021, Obermenzing 1022 bis 1979 und Pipping 1980 bis 2106.

In Untermenzing zählen wir im Ur-Kataster 36 Anwesen und die Kirche St.Martin. In Obermenzing mit Blutenburg und Pipping zählen wir 47 Anwesen, jeweils mit diversen „Zubauten" aus „zertrümmerten" Höfen) und die Kirchen St.Georg und St.Wolfgang. Das Schloß ist in der Zählung inbegriffen.

(Näheres in den CD-ROM-Büchern "Obermenzinger Häuserbuch" und "Untermenzinger Häuserbuch" von Adolf

Thurner, München 2006 bzw. 2008.)

Damit beginnt die "Neuzeit" auch für Ober- und Untermenzing.

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Weiterführung der Zeittafel, nun nur für Obermenzing:

1813:

Die Bevölkerung beträgt in Obermenzing 189, in Blutenburg 10 und in Pipping 29, insgesamt also 228 Personen.

1827:

Das Kgl. Bayerische Finanzministerium übernimmt die Verwaltung des "Krongutes Blutenburg" und verpachtet es an Privatleute.

1831:

Die Regierung entschließt sich, das „Münchner Landgericht" in das "Landgericht München" und das „Landgericht Au" aufzuteilen.

1832:

Nach dem topo-geographisch-statistischen Lexicon hat Obermenzing 38 Häuser mit 192 Einwohnern und einer Mühle, der Weiler Pipping umfaßt 4 Häuser mit 23 Einwohnern.

1839:

Die Bahnstrecke München-Lochhausen, die auch über Obermenzinger Gebiet führt, wird eröffnet.

1842:

Votivtafel in der Wallfahrtskapelle Maria Eich in Planegg: „Verlöbniß-Bild der Gemeinden Allach Ober- und Untermenzing, welche Maria die Mutter Gottes in der Eiche, als Fürbitterin in allen Nöthen wählten. 1842".

1848:

Lola Montez, Gräfin Landsfeld, flüchtet aus München und übernachtet in Blutenburg.

1854:

Das bisherige Landgericht München erhält den Namen „München links der Isar".

1861/1862:

Es werden die "renovierten Grundsteuer-Kataster" angelegt, da die seinerzeit um 1803-1809 vermessenen und größenmäßig benannten Grundstücke zu ungenau waren. Die nunmehr berichtigt angegebenen Plannummern für die Grundstücke haben großteils noch heute Gültigkeit bzw. beruhen auf den seinerzeitig vergebenen Bezeichnungen. Auch werden in diesem Katasterwerk erstmalig alle Grundstücke mit einer Benennung aufgeführt.

Die "Ortschaft Untermenzing" besteht aus 39 Häusern und 1.161 Parzellen auf einer Fläche von 1.882,28 Tagwerk.

Die "Ortschaft Obermenzing" besteht aus 48 Häusern und 1.195 Parzellen auf einer Fläche von 2.245,31 Tagwerk.

1862:

Im Zuge der Trennung von Verwaltung und Gerichtswesen werden aus den Landgerichten die Bezirksämter „München links der Isar" und „München rechts der Isar".

Das Landgericht München l.d.Isar bildet zusammen mit dem Landgericht Starnberg das „Bezirksamt München links der Isar" und das Landgericht München r.d.Isar vereinigt man mit dem Landgericht Wolfratshausen zu einem Bezirksamt.

17. Dez. 1866:

Schloss Blutenburg wird an das Institut der Engl. Fräulein in Nymphenburg verpachtet, die dort bis 1957 bleiben.

22. Mai 1873:

Anläßlich des VI. Feuerwehrtages in Freimann wird die Freiwillige Feuerwehr Obermenzing (rückwirkend zum 1. Jan. 1873) gegründet. Als freie Formation bestand sie allerdings schon seit 1870.

1875:

Die Landgemeinde Obermenzing hat 315 Einwohner (alle katholisch), 111 Gebäude und 53 Wohngebäude. Es werden 80 Pferde, 300 Stück Rindvieh, 30 Schweine und 2 Ziegen gezählt.

Man gehört als Filiale nach wie vor zum katholischen Pfarramt Aubing, eine Schule liegt in Pasing, die Schule für Obermenzing und Untermenzing jedoch in Allach.

1879:

Obermenzing erhält sein erstes Feuerhaus (Ecke Betzenweg und Pippinger Straße; abgerissen 1931), 1921 folgt ein weiteres in der "Verkehrsbeamtensiedlung" an der (heutigen)) Härtingertstraße, welches bis heute (2015) besteht.

1881:

Pasing wird zur Pfarrei erhoben, Obermenzing und Laim werden ihre Filialkirchen.

Untermenzing bleibt Filiale von Aubing.

1892:

Der Pfälzer Architekt August Exter erwirbt die ersten 43 Tagwerk Ackerland für die Villenkolonie "Neupasing I", die größtenteils auch auf Obermenzinger bzw. Pippinger Grund (!) entsteht. Der große Erfolgt führt 1897 zur Gründung der sogenannten "Kolonie II".

1895:

Die Bevölkerung in Obermenzing klettert von 361 Personen in 1890 auf 522 in 1895 und verdoppelt sich bis 1900 auf insgesamt 1.042 Personen.

1898/99:

Die Würm wird zwischen Pasing und Karlsfeld umfassend in ihrem Lauf "korrigiert", d.h. das Flußbett auf durchschnittlich 7 m verengt, um die Hochwassergefahr "für immer" zu bannen. Trotzdem kommt es 1929 zur großen Eiskatastrophe in Untermenzing und Allach.

1. März 1902:

Obermenzing erhält wieder eine eigene Schule (an der Pippinger Str. 95; heute: Kindergarten). Vorher gingen die Kinder nach Pasing bzw. nach Allach in die Schule.

Mindestens von 1679 bis 1733 gab es bereits einmal mehrere Schullehrer und somit wohl eine Schule in Obermenzing; erst 1796 und 1803 wird berichtet, daß die Blutenburger Benefiziaten Josef Kirchmayr und Joseph Fleischmann Unterricht hielten.

Es besteht bereits das öffentliche "Stockbad" mit 3 Badehütten am Schirmerweg, das 1925 ausgebaut und 1932 mit Badekabinen und einer Massengarderobe versehen wurde.

Schon 1861 gab es im Bereich des ehemaligen "Nymphenbades" eine königlich-bayerische Militärschwimmschule.

Okt. 1906:

Bevölkerung im Okt. 1906 laut Vorortsadreßbuch München 1907:

Obermenzing (Bezirksamt München) (76 Einträge) mit Neulustheim (14 Einträge), Neupasing I (56 Einträge) und II (96 Einträge), und Pipping:(14 Einträge).

Landgemeinde, Kirchdorf, Schule; Post Pasing (Telegraph, Telephon): Bahnstation Pasing, Haltestelle Obermenzing;

1.062 Einwohner (849 Katholiken, 203 Protestanten, 1 Israelit, 9 Andersgläubige);

Bürgermeister: Grandl, Johann (Ökonom und Bürgermeister; Obermenzing Nr. 35);

Beigeordneter: Brandl, Joseph (Realitätenbesitzer, Obermenzing Nr. 1 und 11/2; Gaststätte Alter Wirt);

Pfarrer: Pichler, Anton, Stadtpfarrer in Pasing;

Benefiziat: Aigner, Johann Baptist, Hofbenefiziat (Obermenzing Nr. 20)

Lehrer und Gemeindeschreiber: Ott, Martin (Sen., Lehrer, Obermenzing Nr. 20 ½).

15. Nov. 1907:

Die Bahnlinie München – Ingolstadt eröffnet die Haltestelle an der (heutigen) Verdistraße. Die Unterführung wurde erst 1913 erstellt und 1934 umgebaut sowie in den 70erjahren wesentlich verbreitert.

ab 1909:

Die aus Reihen- und Doppelhäusern sowie dem Geschäftshaus mit der Gaststätte "Grüner Baum" bestehende Siedlung der Baugenossenschaft der Verkehrsbeamten an der Frauendorfer- und Beer-Walbrunn-Straße wird erstellt.

1912:

Das Schulhaus (alter Teil) an der Grandlstraße 5 wird erbaut.

1. Nov. 1913:

Der neue Friedhof (an der heutigen Bergsonstraße) wird in Betrieb genommen.

1918:

Die Siedlung Blutenburg südlich der Bergsonstraße entsteht "zunächst als eine große Heimgartenanlage, die sich nach und nach mit Einfamilienhäusern bedecken und so dann ein Teil der sogenannten Pasinger Villenkolonie II werden soll."

1919:

Bevölkerung: 2.591 Personen.

14. Jan. 1919:

Im "Grünen Baum" wird die Baugenossenschaft "Soziale Eigenheim-Siedlung Neulustheim e.G.m.b.H." gegründet für das Baugebiet der (heutigen) Menzinger, Lechel- und Waldhornstraße.

1920:

Die Straßenbahnlinie wird vom Romanplatz bis zum Botanischen Garten verlängert.

18. Juni 1922:

Das von dem Bildhauer A. Nida-Rümelin geschaffene Kriegerdenkmal wird enthüllt und von H.H. Pfarrer Aloys Stadler eingeweiht.

1922:

Obermenzing wird zur eigenen katholischen Pfarrei erhoben, nachdem der Sprengel 1919 Expositur geworden war..

9. Nov. 1924:

Die neue Kirche Leiden-Christi an der Grandlstraße wird eingeweiht (Grundsteinlegung am 03.06.1923).

6. Juni 1926:

Einweihung des neuen, heute noch von der Freiwilligen Feuerwehr Obermenzing genutzten Feuerhauses am Zehentstadelweg.

1930:

Landgemeinde Obermenzing, Kirchdorf (Pfarrei) mit Schule, Gendarmeriestation, Post (Telegraph, Telephon), Bahnstation, 4.714 Einwohner.

1933:

An der (heutigen) Verdistraße wird eine Eisenbetonbalken-Brücke über die Würm erbaut.

1. Juli 1933:

Eröffnung der Obermenzinger Post in der Bauseweinallee 2 (die Postagentur war seit 01.02.1920 bei der Eisenbahnhaltestelle).

April 1935:

Baubeginn der Autobahn nach Stuttgart, die am 10. Dez. 1938 eröffnet wird.

1. Juni 1937:

Bevölkerung: 7.528 Personen.

1938:

Die Gemeinde errichtet an Stelle des seit 1932 bestehendenden Kath. Jugendheims an der ehemaligen Keltenstraße (heute: Hofbauernstraße) das H.-J.-Heim, das allerdings nur zur Hälfte gebaut wird und Ende 1945 seine Verwendung als russisch-orthodoxes Kloster findet.

1. Dez. 1938:

Obermenzing wird zusammen mit Untermenzing, Allach, Ludwigsfeld und Solln nach München (zwangs-) eingemeindet.

Gebietsgröße: 639,37 ha.

Ortsbeschreibung im Okt. 1938 laut Vorortsadreßbuch München 1939:

Obermenzing mit Neulustheim Pipping und Blutenburg (Bezirksamt München):

Landgemeinde, Kirchdorfstelle (Pfarrei), Schule, Gendarmeristation, Post (Telegraph, Telephon), Bahnstation, Haltestelle Obermenzing, öffentliche Telephonstelle Obermenzing, 8.200 Einwohner.

NSDAP, Ortsgruppe Obermenzing; DAF, Ortsgruppe Obermenzing.

1. Bürgermeister Ostertag, Michael

Pfarrer: Stadler, Alois

Schulleiter: Schreck Ludwig, Hauptlehrer.

Vereine:

Alpenvereinssektion Würmgau

Burschenverein Obermenzing

Deutsches Rotes Kreuz, Sanitätskolonne Obermenzing

Evang. Verein Neulustheim und Umgebung e.V., Menzingrer Str. 13

Fußballclub Waldeck e.V.

Gartenbauverein Obermenzing e.V.

Gesangverein Obermenzing

Interessen-Verein Siedlung Blutenburg e.V.

Kleinkaliberschützengesellschaft Obermenzing, Prinzenweg 110

Krieger- und Soldatenkameradschaft Obermenzing

Nat.soz. Reichsverband d. Deutschen Kriegsopfer (Zentralverband der Arbeitsinvaliden u. Witwen Deutschland)

Sparverein Pipping-Obermenzing

Touristen-Verein "Auf froher Fahrt" e.V., Vereinsführer Hugo Mathes, Lagardstr. 27

Turn- und Sportverein Obermenzing e.V.

Verein "Villenkolonie Neu-Pasing II"

Verein Villenkolonie I Pasing e.V.

1940-1945:

Pfarrer Alfons Pöhlein verfaßt einen Tagebuchbericht über die "Lufttätigkeit über München". Danach sterben von 1943-1945 mindestens 16 Einwohner durch Fliegerbomben.

1943:

Ortsbeschreibung im Okt. 1943 laut Vorortsadreßbuch München 1944:

Obermenzing mit Neulustheim, Pipping und Blutenburg (sicherlich auch mit den Kolonien I und II auf Obermenzinger/Pippinger Flur):

("am 1.12.1938 der Stadt München einverleibt")

37. Stadtbezirk; 32. Polizeirevier, Revier-Zweigstelle Menzing (vorher 28. Revier): Post (Telegraph, Telephon); Bahnstation, Haltestelle Obermenzing;

NSDAP Ortsgruppe Obermenzing, DAF Ortsgruppe Obermenzing.

30. Apr. 1945:

Die Amerikaner ziehen von Norden kommend über Allach, Untermenzing und Obermenzing im Münchner Westen ein.

Mai/August 1945:

Die amerikanischen Siegermächte setzen in Unkenntnis der Verwaltungseinteilung bei der Stadt München nach der Besetzung in den Randbezirken der Stadt kommissarische Bürgermeister ein.

Der Münchner Oberbürgermeister Dr. Scharnagl hat mit Schreiben Nr. 215/45 vom 12.06.1945 die von den Amerikanern eingesetzten Persönlichkeiten als kommissarische Ortsverwalter ihres Bezirks anerkannt.

Der Landwirt Georg Angermair wird, von den Amerikanern in Obermenzing eingesetzt, offiziell als Bezirksbürgermeister bestätigt. Er war als solcher von Mai bis Juli 1945 ehrenamtlich tätig.

In Untermenzing waren dies bis 17. Mai 1945 Alois Uhlschmidt, dann ab 18. Mai 1945 Karl Kirner, Hauptstr. 67.

Mit Schreiben vom 10. Aug. 1945 werden die erteilten Vollmachten zur Führung der Ortsverwaltungen von OB Dr. Scharnagl widerrufen und die Aufgaben an die Bezirksinspektionen zurückgegeben.

30. Dez. 1945:

Die aus Rußland geflohenen Russisch-Orthodoxen Mönche gründen nach einigen Irrwegen ihr neues "Kloster zum Heiligen Hiob von Pocaev" in dem inzwischen verlassenen ehemaligen HJ-Heim gegenüber Schloß Blutenburg.

1948:

Die Straßen werden umbenannt, NS-Bezeichnungen verschwinden.

1957-1976:

Schloss Blutenburg ist an die Schwestern vom III. Orden verpachtet.

1963:

Die Bezirkssportanlage Obermenzing an der Meyerbeerstr. 115 wird in Betrieb genommen und beherbergt nun eine ganze Reihe von Sportvereinen.

1964/65:

Aus der Tochtergemeinde von Pasing wird eine eigene evang.-lutherische Gemeinde in Obermenzing. Am 5. Okt. 1965 entstand eine Notkirche an der Karwinskistraße. Es bestand allerdings schon mind. seit Okt. 1928 ein "Evang. Verein Neulustheim und Umgebung" (e.V.) in der Menzinger Str. 12.

05.07.1966:

Die "Evangelisch-Lutherische Pfarrei Carolinenkirche" wird gegründet und die evangelische Gemeinde Obermenzing wird damit selbständig und zunächst von Pfr. Ludwig Pöhner (1924-1962), dann von Pfr. Gotthelf Hüfner betreut.

1970:

Die Würmbrücke an der Dorfstraße wird erneuert und verbreitert.

5. Okt. 1974:

Der Verein der Freunde Schloss Blutenburg e.V. wird in der Obermenzinger Gaststätte "Weichandhof" gegründet und bewirkt die komplette Sanierung des Schlosses Blutenburg und den Einbau der IJB Internationalen Jugendbibliothek.

1975:

Richtfest am 23.01.1975; am 28.08.1975 die drei gestifteten Glocken auf den Glockenturm gezogen und am 21.12.1975 Einweihung des Gemeindezentrums der evang.-lutherischen Carolinenkirche.

1979-1983:

Das zerfallene Schloss wird umfänglich restauriert und für die Zwecke der Internationalen Jugendbibliothek umgebaut, die am 16. Juni 1983 einzieht.

1983/84:

Die Unterführung der Verdistraße vom Schirmerweg zum Schloß wird endlich gebaut.

1985:

Die Bevölkerung ist inzwischen auf 20.101 Einwohner angewachsen.

Die "Dorfkernstudie" wird abgefaßt, ebenso die städtebauliche Rahmenplanung "Würmniederung".

1. Dez. 1988:

Der 37. Stadtbezirk Obermenzing begeht den 50. Jahrestag seiner (Zwangs-) Eingemeindung nach München.

1991:

Die Errichtung einer Mülldeponie im Münchner Westen kann endgültig verhindert werden.

Bevölkerung (31.12.1991): 20.600 Einwohner; Größe Obermenzings: 755 Hektar.

Die Stadtbezirke Obermenzing und Pasing werden trotz heftiger Proteste der Obermenzinger Bevölkerung zusammengelegt in den neuen "Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing".

31. Juli 1993:

Am Eingang zur alten Dorfkirche St. Georg wird eine Gedenktafel für die auf dem Gottesacker bestatteten Vorfahren der Alt-Obermenzinger eingeweiht.

1. Jan. 1996:

Trotz jahrelanger Diskussion, Streit, Bürgerinitiativen und Bemühungen der Bezirksausschüsse in Pasing, Ober-/Untermenzing und Allach tritt die vom Stadtrat am 06.11.1991 beschlossene endgültige Stadtbezirksneueinteilung in Kraft.

Die alten Stadtbezirke werden zum „Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing" und zum „Stadtbezirk 23 Allach-Untermenzing" zusammengeschlossen.

1996-1998:

Der Heimat- und Volkstrachtenverein "D'Würmtaler" Menzing e.V. renoviert mit Eigeninitiative und vielen Sponsoren aus dem Münchner Westen das historische "Carl-Häusl". Die Einweihung des Vereinsheimes und eines neuen Wegkreuzes nördlich des Dorfkerns im Würmgrünzug findet am 26. April 1998 statt.

4. Sept. 1998:

Die Eschenrieder Spange wird am 4. Sept. 1998 eröffnet, zu deren Einweihung weit über 10.000 Bürger kommen.

1. Dez. 1998:

Im "Carl-Häusl" wird der 60. Jahrestag der Zwangseingemeindung mit einer Ausstellung und mehreren Ansprachen begangen.

1999:

Bevölkerung (21.12.1999): 25.646 Einwohner; Größe Obermenzings: keine getrennte Angaben mehr seit 1991; nun zusammen mit Pasing:1.649 Hektar (Pasing 1991: Einwohner 39.723 und 1.074 Hektar).

Die Grundschule an der Schäferwiese geht in Betrieb.

2000:

Am 8. April 2000 stirbt Stadtrat a.D. Wolfgang M. Vogelsgesang, der sich um Obermenzing, insbesonders aber um die Renovierung und den Ausbau von Schloß Blutenburg zur IJB Internationalen Jugendbibliothek verdient gemacht hat.

Am 10. Aug. 2000 ist die offizielle Übergabe und Weihe mit anschließendem Bürgerfest anläßlich der Eröffnung des "Naherholungsgebietes Langwieder See".

Am 29. Sept. 2000 ist Richtfest für die Wohnbebauung auf der "Schäferwiese" mit 144 Eigentumswohnungen.

2001:

Am 21. Februar 2001 beschließt die Vollversammlung des Münchener Stadtrats, verschiedene Anträge auf Teilung des derzeitigen Stadtbezirks 21 Pasing - Obermenzing in (wieder) zwei eigenständige Stadtbezirke abzulehnen!

Am 28. April 2001 wird das bei der Blutenburg aufgestellte Mahnmahl "Wider das Vergessen" des Todesmarsches von rund 7.000 Häftlingen aus dem KZ Dachau bis hinter Starnberg feierlich eingeweiht.

Am 3 Mai 2001 wird der Steg über die Würm zwischen Zehentstadel und Carlhäusl, die "Carlhäuslbrücke", eingeweiht.

Am 28. Sept. 2001 stirbt Franz Amler, der fast 30 Jahre lang Vorsitzender der "Bürgervereinigung Obermenzing e.V." war und sich um Obermenzing verdient gemacht hat.

2002:

Am 21. April 2002 werden das durch Blitzschlag am 28.07.2000 zerstörte und von Sepp Kinast (Obermenzing) erneuerte Feldkreuz (von Johann Grandl Sen. und dem Burschenverein Obermenzing finanzierte und schon im April 2001 aufgestellte) bei diesem Umzug durch Obermenzing auch der vom Heimat- und Volkstrachtenverein "D'Würmtaler" Menzing e.V. gestiftete Brückenheilige St.Georg in einem Bildstöckl zwischen Carlhäusl und Zehentstadl eingeweiht.

Schon seit Mitte Mai 20002 arbeitet die Deutsche Bahn am Ausbau des Streckenabschnitts Allach - Obermenzing der Ausbaustrecke München - Ingolstadt.

Am 6. Nov. 2002 beschließt die Vollversammlung des Münchener Stadtrats die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses Nr. 30 vom 14.02.1962, der den Bereich von der Lochhausener Straße im Norden bis zur Südgrenze des Pasinger Friedhofes und die Trassenführung der damals noch geplanten Würmtalparallele im vorgenannten Bereich zum Inhalt hatte.

Zur Verbreiterung des S-Bahn-Brücke über die Verdistraße am Obermenzinger Bahnhof auf 4 Gleise im Zuge des ICE und S-Bahn-Ausbaus wird am 09./20. Nov. 2002 eine Hilfsbrücke eingebaut.

2003:

Am 29. Jan. 2003 wird der Bebauungsplan an der Daudetstraße von der Mehrheit des Münchner Stadtrates verabschiedet.

Der „Obermenzinger Kreisel", die Kreuzung der Verdistraße mit der Pippinger Straße, wird am 16. Juli 2003 in Betrieb genommen, bringt aber trotz der hohen Baukosten von 1,16 Millionen Euro kaum eine Verbesserung der verkehrlichen Situation.

2004:

Im Frühjahr bekommt der Obermenzinger Maibaum einen neuen, etwas nach Südosten verlegten Standort und ein neues Fundament. Dies wurde notwendig wegen der anlaufenden Bebauung der Maibaumwiese.

Im Sept./Okt. 2004 werden bei vorsorglichen Ausgrabungsarbeiten in der Maibaumwiese anläßlich der anlaufenden Bebauung historische Siedlungsreste und 5 Grabstellen mit Bestattungen wohl aus dem 10. Jahrhundert n.Chr. freigelegt.

Von 2004 bis 2007 werden die neue Verkehrsführung der Oberen Mühlstraße (neu)., nunmehr Mühlangerstraße genannt, eine Brücke über die BAB 8, die Bergsonstraße (neu) und die Lochhausenerstraße (neu) erstellt.

2005:

Ab Mai 2005 wird der schadhafte Fahrbahnbelag der Pippinger Straße zwischen Zehentstadelweg und Steirerstraße erneuert. Begleitend werden die Bordsteine umgesetzt und der Gehbahnbelag entsprechend saniert.

Am 14. August 2005 wird das 525. Jubiläum der Einweihung der St.Wolfgang-Kirche in Pipping begangen. Am 5. Mai 1478 wurde der Grundstein durch Herzog Sigismund gelegt. Die Einweihung erfolgte nach Angaben der in der Kirche aufbewahrten (Kopie der) Erbauungstafel am 13. August 1480.

Die Würm wird im Bereich der Mergenthalerstraße, wo einst die Obermenzinger Bauern ihre Krautgärten in der Würmniederung hatten, renaturiert und mit einem kleinen Nebenflußarm und einem Wanderweg versehen.

2006:

Am 18. Februar 2006 erfolgt endlich der Ringschluss der A-99 ab dem Allacher Tunnel (und der Eschenrieder Spange) mit einer großartigen Einweihungsfeier am/im Aubinger Tunnel.

Im Frühjahr 2006 wird die Bahnunterführung der Heerstraße fertiggestellt und dem örtlichen Verkehr übergeben.

28.10.2007:

Festliche Matinée und Präsentation der fertiggestellten und vom Verein der Freunde Schloß Blutenburg e.V. finanzierten Nachbildungen der Außenfresken an der Schloßkapelle. Der ausführende Künstler war der Kunstmaler Hermengild Peiker nach den Originalmotiven "Der Sündenfall" (links des Eingangs) und "Heiliger Onuphrius" (rechts).

2008:

Am 14. März 2008 eröffnet der 1. Münchener Friedhof für Haustiere am Obermenzinger Breiter Weg nach zehnjährigem zähen Ringen mit der Stadtverwaltung seine Pforten.

Die Pippinger Kirche muß am 28. Juli 2008 wegen statischer Mängel geschlossen werden.

2009:

Im März 2009 wird die Tempo-30-Zone in der Pippinger Straße wesentlich ausgeweitet, nunmehr von der Verdistraße bis zur Schurichstraße.

Vom 21. bis 24. Mai 2009 findet in Schloß Blutenburg das 25. Weinfest statt.

01.02.2010:

Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten an St.Wolfgang in Pipping.

26.07.2011:

Das "Privatgymnasium Obermenzing", gegründet von Marianne von Borries und seit 2006 zur "Münchner Schulstiftung Ernst von Borries" gehörig, feiert sein 50jähriges Bestehen.

30.10.2011:

Die Pippinger Kirche St.Wolfgang strahlt in neuem Glanz und wird nach dreijähriger Sperrung am Sonntag wieder geöffnet. Sanierungskosten rund 3,3 Millionen Euro.

2012:

Es beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Großmengen-Wertstoffhof an der Mühlangerstraße.

Ende Mai 2012 wird im Bereich der Meyerbeer- und Offenbachstraße endlich die langersehnte Tempo-30-Zone zum Lärmschutz der Anlieger eingerichtet.

Auch der Umbau des Autobahnkreuzes München-West beginnt mit der Anlage von Verbindungsrampen zwischen der A8 und der A99 für die Fahrtrichtungen Salzburg-Augsburg und Augsburg-Salzburg.

Zu Beginn der Sommerferien wird der neue Unterstand am Bolzplatz westlich der Würm auf Höhe der Mergenthalerstraße fertiggestellt.

2013:

Am 14. Sept. 2013 erfolgt die feierliche Enthüllung und Übergabe des Bronzedenkmals "Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III." vor Schloß Blutenburg. Stifter dieses Denkmals ist das Obermenzinger Ehepaar Ursula und Fritz Heimbüchler.

Am Sonntag, den 1. Dez. 2013, begeht Obermenzing den 75. Jahrtag seiner (Zwangs-) Eingemeindung nach

München mit einer Gedenkveranstaltung im Saal des Alten Wirts. Redner wie schon 2008: Frieder Vogelsgesang (1. Vors. der Bürgervereinigung Obermenzing e.V.), Hans Menzinger (1. Vors. des Heimat- und Volkstrachtenvereins "D'Würmtaler" e.V.) und Adolf Thurner ("Obermenzinger Dorfschreiber"). Gleichzeitig läuft schon seit Mitte Nov. 2013 bis Ende Jan. 2014 eine von A. Thurner konzipierte kleine Ausstellung im ASZ Alten- und Servicezentrum Obermenzing.

2014:

Der evangelische Pfarrer Ulrich Wagner und seine Frau Vera verabschieden sich Ende Mai nach 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in Obermenzing in den Ruhestand.

An der BAB 8 von Augsburg nach München kommend wird ein großes Tourismusschild aufgestellt mit einer Abbildung von Schloß Blutenburg.

Die Grundschule an der Grandlstraße 5 zieht zum Schuljahr 2014/15 in die mobilen Raumeinheiten an der Grandlstraße 12 um. Diese Häuser befinden sich direkt bei der Pfarrkirche Leiden Christi im sogenannten Durchblick. Dieses Übergangsnutzungsgebäude ist in die Häuser A, B und C aufgeteilt. Im alten Schulgebäude ist nach wie vor die Realschule an der Blutenburg untergebracht. Im Herbst 2014 wurden die Bauarbeiten für den Neubau der Grundschule begonnen, voraussichtlicher Bezug des neuen Schulgebäudes soll im September 2017 sein.

2015:

Die 1315 erstmals (mit "duo Menzting") urkundlich genannten (nicht nur) Menzinger Kirchen St.Georg und St.Martin begehen ihr 700jähriges Erscheinen in der Geschichtsschreibung. Außer einer umfangreichen Ausstellung und einigen Vorträgen im April 2015 des "Dorfschreibers" - alles im Vereinsheim "Carlhäusl" des Heimat- und Volkstrachtenvereins "D'Würmtaler" Menzing e.V. - wird dies von der Kirchenverwaltung kaum gewürdigt. Allerdings waren von Ende 2014 bis Ende 2015 der Kirchturm eingerüstet und dann das Kirchenschiff von St.Georg ausgeräumt und der (immer noch nicht wieder eröffnete) Friedhof nicht begehbar.

Die am Kirchenschiff von St.Georg außen angebrachten Epitaphe mit den Namen der verstorbenen Schwestern der Englischen Fräulein in Blutenburg und des Benefiziaten Johan Evangelist Gielg werden nach der Reinigung von dem Kunsthistoriker und Restaurator Christian Götz aus Schöngeising im Oktober/November 2015 frisch ausgemalt.

Das Russisch-Orthodoxe Kloster zum Hl. Hiob von Pocaev begeht am 26.12.2015 sein 70jähriges Bestehen seit der Gründung am 30. Dez. 1945. Die kirchlichen Feiern beginnen am 24.12.2015 in der Kathedralkirche der Heiligen Neumärtyrer und Bekenner Russlands an der Lincolnstr. 58 in 81549 München und enden am 26.12.2015 mit dem Besuch und der Besichtigung des Klosters in Obermenzing gegenüber der Blutenburg.

2016:

Am Samstag, den 21. Mai 2016 wird ab 11:00 Uhr nach der äußerlichen und inneren Renovierung die Obermenzinger Dorfkirche St.Georg mit einem feierlichen Gottesdienst von Pfr. Klaus Günter Stahlschmidt wieder eröffnet.

Am 3. Juli 2016 wird die 50-Jahr-Feier der evang. Gemeinde der Carolinenkirche mit einem Festgottesdienst begangen, in dem Regionalbischöfin Breit-Keßler die Predigt hält. Im Anschluß daran lädt ein bunt gestaltetes Sommerfest Jung und Alt zum Mitfeiern ein, zu dem auch Hans und Vroni Menzinger mit ihrer Trachtengruppe der "D'Würmaler" Menzing e.V. beitragen.

2017:

In diesem Jahr begehen Ober- und Untermenzing ihre 1200jährige urkundliche Erstnenung am 6. Nov. 817 (siehe Zeittafel dort).

Zahlreiche Vereine und Organisationen stellen sich dazu in Einzelveranstaltungen - über des ganze Jahre 2017 verteilt - der Öffentlichkeit wieder einmal vor.

Dazu wird von Donnerstag am 13. Juli bis Sonntag 23. Juli 2017 ein großes Festzelt an der Weinschenkstraße in der Nähe zum S-Bahnhof Untermenzing und der Bauseweinallee aufgestellt und betrieben, in dem u.a. auch das Gautrachtenfest des "Huosi-Gaus", veranstaltet vom Heinat- und Volkstrachtenverein "D'Würmtaler" Menzing e.V., abgehalten wird.

Die inzwischen älteste Gastwirtschaft/Tafernwirtschaft des heutigen Münchens, der "Alte Wirt von Obermenzing", begeht ihre 700jährige ukundliche Erstnennung (1417) mit einem großen Fest

vom 30. Juni bis 2. Juli 2017.

*****

Zeittafel zur Untermenzinger Geschichte ab 1831

nach der gemeinsamen Geschichte mit Obermenzing

1831:

Die Regierung entschließt sich, das „Münchner Landgericht" in das "Landgericht München" und das „Landgericht Au" aufzuteilen.

1832:

Kirchdorf und Filiale der Pfarrei Aubing im Landgericht München.

Es zählt 36 Häusern mit 225 Einwohnern und 1 Mühle.und liegt an der Würm, 21/4 Stunden von München. Hier führen 1 Brücke und 1 Steg über die Würm.

1842:

Votivtafel in der Wallfahrtskapelle Maria Eich in Planegg: „Verlöbniß-Bild der Gemeinden Allach Ober- und Untermenzing, welche Maria die Mutter Gottes in der Eiche, als Fürbitterin in allen Nötzen wählten. 1842".

1854:

Das bisherige Landgericht München erhält den Namen „München links der Isar".

1855:

Bevölkerung in Untermenzing: 266 Einwohner.

vor 1859:

Es entstehen an der Furt über die damals ca. 40 Meter breite Würm bei der Inselmühle zwei schmale, wohl nur Fußgängerbrücken.

1862:

Im Zuge der Trennung von Verwaltung und Gerichtswesen werden aus den Landgerichten die Bezirksämter „München links der Isar" und „München rechts der Isar".

Das Landgericht München l.d.Isar bildet zusammen mit dem Landgericht Starnberg das „Bezirksamt München links der Isar" und das Landgericht München r.d.Isar vereinigt man mit dem Landgericht Wolfratshausen zu einem Bezirksamt.

Das „Renovierte Grundsteuer-Kataster" wird erstellt in Korrektur zum „Ur-Kataster". Die darin verwendeten Plannummern für die Grundstücke gelten im Wesentlichen noch heute.

Die „Ortschaft Untermenzing" besteht aus 39 Häusern und 1.161 Parzellen auf einer Fläche von 1.882,28 Tagwerk.

Die „Ortschaft Obermenzing" ist im Gegensatz zu 1812 wieder getrennt aus der einstigen „Steuergemeinde Untermenzing" erfaßt.

14.11.1867:

Die Eisenbahnlinie von München nach Ingolstadt eröffnet ihren Betrieb, was auch wesentliche Auswirkungen auf die Entwicklung Allachs und Untermenzing hat.

1875:

Landgemeinde, Kirchdorf, vom Amt 10,0 km, zur kath. Pfarrei Aubing 4,3 km, zur kath. Schule Allach 2,0 km, zur Post Allach 1,5 km. 247 Einwohner (kath.), 98 Gebäude, 43 Wohngebäude. Vermögen der Gemeinde 137.790 Mark, 75 Pferde, 234 Rindviecher, 65 Schweine, 1 Ziege.

1881:

Pasing wird zur Pfarrei erhoben, Obermenzing und Laim werden ihre Filialkirchen.

Untermenzing bleibt Filiale von Aubing.

1890:

Nach der Chronik der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße wurde 1890 unter Prinzregent Luitpold das Schulhaus in Untermenzing mit einem Schulzimmer und einer Lehrerwohnung erbaut. Erster Lehrer wurde Heinrich Beck aus Igling, der zusätzlich zu seinem Lehramt die Gemeindeschreiberdienste versah, die Heranbildung von Chorsängern und die Führung des Standesamtes hatte. Er unterrichtete 50 Kinder, seine Frau war mit der Erteilung des

Handarbeitsunterrichts betraut.1909 bekam die Schule ein zweites, 1910 zwei weitere Schulzimmer im Obergeschoß, 1911 eine dritte Klasse. Erst 1929 wurde die schon 1921 beantragte vierte Klasse genehmigt.

1891/92:

Der erste Untermenzinger Industriebetrieb, die Zweigniederlassung der Firma Theodor Kirsch & Söhne aus Gehren/Thüringen, ein Säge- und Hobelwerk wird gegründet.

Im nahen Allach wird ein Eisenbahn-Haltepunkt eingerichtet.

1898/99:

Die Würm wird zwischen Pasing und Karlsfeld umfassend in ihrem Lauf "korrigiert", d.h. das Flußbett auf durchschnittlich 7 m verengt, um die Hochwassergefahr "für immer" zu bannen. Trotzdem kommt es 1929 zur großen Eiskatastrophe in Untermenzing und Allach.

1904:

St.Martin erhält die neue, heutige Eingangshalle als neugotisches Vorhaus an der Westfront.

1901:

Nach der Würmregulierung ab 1898/99 wird eine neue Brücke bei der Inselmühle erbaut.

Okt. 1906:

Bevölkerung im Okt. 1906 laut Vorortsadreßbuch München 1907:

Untermenzing (Bezirksamt München): Landgemeinde, Kirchdorf, Schule, Post Allach (Telegraph, Telephon), Bahnstation Allach.

408 Einwohner (398 Katholiken, 10 Protestanten)

Bürgermeister: Schmid, Joseph (Ökonom, Untermenzing Nr. 31)

Beigeordneter: Hintermeier, Matthias (Ökonom, Untermenzing Nr. 201/2)

Expositus: Dürscherl, Heinrich (keine Adressenangabe)

Lehrer und Gemeindeschreiber: Kaufmann, Joseph (Lehrer, Untermenzing Nr. 381/2)

Vereine:

Schützengesellschaft „Grüne Eiche"

Sparverein

15. Nov. 1907:

Die Bahnlinie München – Ingolstadt eröffnet die Haltestelle an der (heutigen) Verdistraße in Obermenzing.

25. Jan. 1908:

Das Dampfsäge- und Hobelwerk Theodor Kirsch & Söhne kauft die Reste des Anwesens Haus Nr. (1812/1862:) 26 „Sabl" zur Beherbergung eines Teils seiner Mitarbeiter. Die Gründe für den Betrieb des Sägewerks und die Lagerflächen

wurden bereits ab 1891 erworben.

1912:

Es entsteht das Gasthaus "Inselmühle".

1914:

Die bisherige Filialkirche von St.Quirin in Aubing, nämlich St.Martin in Untermenzing, wird nunmehr Filialkirche von St.Peter und Paul in Allach.

Bei der Inselmühle wird das Wellenbad eingerichtet.

Der alte Friedhof an der Kirche wird bis an die Würm erweitert und das Leichenhaus an der Südwestecke des neuen Teils errichtet (Entwurf: Gebr. Valentin und Martin Ott, Obermenzing/Pasing).

1920:

St.Martin wird Expositur von Allach.

1924:

Das Denkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges 1914/18 wird 1924 an der Einmündung der Willstätter- in die Eversbuschstraße errichtet und am 8. Juni eingeweiht. Der Entwurf stammt von Alois Aufleger. Das Denkmal wurde aus verkehrlichen Gründen 1962 an die Einmündung der Pfarrer-Grimm- in die Eversbuschstraße verlegt.

22.08.1925:

Der Fußball Verein Untermenzing wird gegründet. Ein Grundstück unweit der heutigen Bezirkssportanlage Untermenzing wird vom Gründungsmitglied Grandl Sen. zur Anlage eines eigenen Sportplatzes zur Verfügung gestellt.

Okt. 1925:

Untermenzing (Kirchdorf, Landgemeinde): Einwohnerzahl 1.666 (1470 kath., 155 evang., 37 Sonstige), 252 Wohngebäude.

1. Bürgermeister: Näther, Max

2. Bürgermeister: Diem, Max

Gemeinde-Obersekretär: Döllerer, Friedrich

Expositus: Reinhardt, Friedrich; Vorstand des Fürsorgeausschusses

Schulleiter: Oberlehrer Bayer, Nikolaus.

Vom Amt 12,5 km entfernt, 641,34 ha, zur nächsten Eisenbahnstation Allach 1,0 km, zur kath. Pfarrkirche und Post Allach 1,0 km, zur evang.-luth. Pfarrkirche Pasing 6,0 km, kath. Schule.

1930:

Es erfolgt der Anbau des Ostflügels mit vier Schulzimmern an die Grundschule und die Einrichtung eines Brausebades für die Kinder. 1958 erhielten schon 14 Klassen mit rund 500 Kindern in sieben Klassenzimmern Schichtunterricht; die Turnhallte wird erbaut.

Am 13.12.1930 wird eine Kraftpostlinie von München über Untermenzing mit einer Fahrzeit von 40 Minuten bis Allach eröffnet.

1932:

Bau der kathol. Pfarrkirche St.Raphael an der Lechelstr. 54 (Architekt: Hans Döllgast).

1937:

Bau der Beer-Siedlung.

27.09.1938:

Das Untermenzinger "Hitler-Jugendheim" an der Von-Reuter-Str. 1 (damals Alleestraße) für 150 Jugendliche wird im Rahmen der Eingemeindungsfeierlichkeiten eröffnet.

Okt. 1938:

Ortsbeschreibung im Okt. 1938 laut Vorortsadreßbuch München 1939:

Untermenzing: Kirchdorf, Landgemeinde, Post Allach, Einwohner 4.832

NSDAP Ortsgruppe Untermenzing

Bürgermeister: Grandl, Josef

Verwaltungsoberinspektor: Döllerer, Friedrich

Pfarrkurat: Grimm, Josef

Schulleiter: Oberlehrer Glas, August

Vereine:

Burschenverein

Freiwillige Feuerwehr

Fußballverein

Grund- und Hausbesitzerverein

Kaninchen- und Geflügelzuchtverein

Katholischer Arbeiterverein

Niederbayern-Verein

Oberpfälzer-Verein

Schützenverein "Schützentreue"

Siedlungsverein "Nordwest"

Veteranen- und Kriegerkameradschaft

27. Okt. 1938:

Der Untermenzinger Eingemeindungsvertrag mit München wird von Bürgermeister Josef Grandl unterzeichnet.

1. Dez. 1938:

Obermenzing wird zusammen mit Untermenzing, Allach, Ludwigsfeld und Solln nach München (zwangs-) eingemeindet.

Gebietsgröße: 639,37 ha.

St.Martin wird Kuratie von Allach am gleichen Tag.

1945:

Am 30. Apr. 1945 ziehen die Amerikaner von Norden kommend über Allach, Untermenzing und Obermenzing im Münchner Westen ein.

St.Martin wird am 04.03.1945 zur Pfarrei erhoben. H.H. Friedrich Oeller wird erster Untermenzinger Pfarrer, nachdem St.Raphael schon am 01.03.1945 zur Pfarrei erhoben wurde.

Die amerikanischen Siegermächte setzen im Mai/August 1945 in Unkenntnis der Verwaltungseinteilung bei der Stadt München nach der Besetzung in den Randbezirken der Stadt kommissarische Bürgermeister ein. Der Münchner Oberbürgermeister Dr. Scharnagl hat mit Schreiben Nr. 215/45 vom 12.06.1945 die von den Amerikanern eingesetzten Persönlichkeiten als kommissarische Ortsverwalter ihres Bezirks anerkannt. In Untermenzing waren dies bis

17. Mai 1945 Alois Uhlschmidt, dann ab 18. Mai 1945 Karl Kirner, Hauptstr. 67.

Mit Schreiben vom 10. Aug. 1945 werden die erteilten Vollmachten zur Führung der Ortsverwaltungen von OB Dr. Scharnagl widerrufen und die Aufgaben an die Bezirksinspektionen zurückgegeben.

Das Marienheim und der Kindergarten befinden sich im August 1945 nun im ehemaligen Gebäude der Gemeindeverwaltung Untermenzing. Dieses wurde 1933 erbaut nach Entwurf von Alfred Bayerle.

1946:

Bevölkerung 17.400 Einwohner

1948:

Die Straßen werden umbenannt, NS-Bezeichnungen verschwinden.

1950:

Bevölkerung 19.140 Einwohner

Bau einer Stahlbetonplattenbrücke mit einer Gesamtbreite von 17 Metern bei der Inselmühle.

1952:

Der westlich der Würm gelegene Parkfriedhof wird eingerichtet und mit einem überdachte Holzsteg über die Würm mit dem alten Friedhof verbunden.

1952/53:

Es entstehen in 2 Bauabschnitten 44 Häuser mit 337 Wohnungen die Angerloh-Siedlung der Krauss-Maffei AG an den Rueß-, Peter-Winter- und Korbinian-Beer-Straße (Entwurf: Max Unglehrt).

28.10.1954:

Das ehemalige Dampfsägewerk Theodor Kirsch & Söhne A.G. wird liquidiert. Auf dem „Kirsch-Gelände" - fälschlicherweise „Gewerbepark Allach" bezeichnet - werden ab 1955 über den dann neuen Grundeigentümer, die MARCATOR Industrie- und Büro-Center GmbH & Co. Verwaltungs-KG München, zahlreiche Handels- und Gewerbebetriebe angesiedelt.

1954/55:

Entstehung des 3. und 4. Bauabschnittes der Angerloh-Siedlung mit 28 Reihenhäusern mit 165 Wohnungen (Entwurf: Rudi Kranz) zwischen Rueß- und Manzostraße.

1961:

Die Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße (vor 1947: "Schulstraße") bezieht einen Neubau mit zehn Schulräumen, Physiksaal, Schulküche, Handarbeitssaal und Werkraum. 1962 wird ein Lehrschwimmbecken in Betrieb genommen.

12.11.1961:

Bau der Evangelisch-Lutherischen Bethlehemskirche an der Grünspechtstr. 13.

1962:

Es wird mit dem Bau der Grundschule an der Manzostraße begonnen.

16.09.1962:

Die Bezirkssportanlage an der (heutigen) Prof.-Eichmann-Straße 11 wird eingeweiht und beherbergt nach dem nunmehrigen SV (Sportverein) Untermenzing auch eine Reihe von anderen Sportvereinen.

1964:

Das ursprüngliche Schulhaus an der Manzostr. 79 wird eröffnet, schon 10 Jahre später war es zu klein und musste um vier auf 12 Klassen vergrößert werden.

1970:

Bevölkerung 25.500 Einwohner

16.04.1972:

Einweihung der kathol. Pfarrkirche Maria Trost an der Rueßstr. 47 als Ersatz für die 1956 errichtete Notkirche.

1979:

Bau des Seniorenstiftes Münchenstift gGbmH "Hans-Sieber-Haus" an der Manzostr. 105

ab 1980:

Besiedelung der "Gerberau" auf dem Gelände des ehemaligen BMW-Wohnlagers.

1982:

Das Städt. Luise-Schröder-Gymnasium wechselt den Standort. Das alte Gebäude war das Schulhaus des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums sowie eine Zweigstelle in der Allacher Straße. Das neue Gebäude ist Teil des Schulzentrums mit der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße und der Carl-Spitzweg-Realschule.

1983:

Erweiterung der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße: 1. Bauabschnitt mit Stadtteilbücherei, Dreifachturnhalle, Kindergarten und Hort.

Das Gräfelfinger Ehepaar Inge und Max Kerscher erwirbt die Inselmühle. Der Gebäudekomplex wird ab 1984 umfänglich nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten um-, ausgebaut und renoviert und erhält ein völlig neues Restaurant und im ehemaligen Gewerbetrakt (Eisfabrik) ein "Romantik-Hotel". Wiedereröffnung der Gesamtanlage am 5. Juli 1985.

1985:

Fertigstellung der Von-Kahr-Straße von Moosach über Untermenzing bis Obermenzing

1986:

Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße: 2. Bauabschnitt: Der Altbau wird renoviert.

1990:

Besiedelung des "Manzoparks" an der Von-Reuter-Straße

Erneute Erweiterung des Schulzentrums in Luise-Schröder-Gymnasium, Carl-Spitzweg-Realschule und Grundschule.

1991:

Die Errichtung einer Mülldeponie im Münchner Westen kann endgültig verhindert werden.

1. Jan. 1996:

Trotz jahrelanger Diskussion, Streit, Bürgerinitiativen und Bemühungen der Bezirksausschüsse in Pasing, Ober-/Untermenzing und Allach tritt die vom Stadtrat am 06.11.1991 beschlossene endgültige Stadtbezirksneueinteilung in Kraft. Die alten Stadtbezirke werden zum „Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing" und zum „Stadtbezirk 23 Allach-Untermenzing" zusammengeschlossen.

4. Sept. 1998:

Die Eschenrieder Spange wird am 4. Sept. 1998 eröffnet, zu deren Einweihung weit über 10.000 Bürger kommen.

2000:

Am 10.08.2000 erfolgt die offizielle Eröffnung, Übergabe und Weihe mit anschließendem Bürgerfest des "Naherholungsgebietes Langwieder See".

Am 28.10.2000 verstirbt Josef Felder (* 24.08.1900 in Augsburg), ehemaliger SPD-Abgeordneter im Reichstag, der 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte. Nach 1957 war er zwölf Jahre Mitglied im Bundestag. Am 01.10.2009 wurde nach ihm die Pasinger NUP (Nordumgehung Pasing) in die Josef-Felder-Straße benannt.

1. Okt. 2002:

Die Vorstandschaft des SVU (Sportverein Untermenzing) übernimmt pachtweise auf 25 Jahre als Träger den Betrieb, die Betreuung, die Pflege und die Instandhaltung - auch der Gebäude - der Bezirkssportanlage Untermenzing an der Prof.-Eichmann-Straße.

2004:

Die Grundschule an der Manzostr. 79 wird grundlegend saniert.

Die Würm wird gegenüber der Einmündung der Allacher Straße in die Eversbuschstraße mit der Anlage eines

kurzen zweiten Flußlaufes "renaturiert". Die kleine, geplante Fußgängerbrücke am Südende des Geländes wird jedoch nicht realisiert, da das Gelände von privat nicht erworben werden konnte.

10.12.2005:

Die S-Bahn-Haltestelle Untermenzing bei der Von-Kahr-Straße wird in Betrieb genommen.

2010:

Bevölkerung 28.732 Einwohner.

2011:

Erneute Erweiterung der Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Str. 1.

Im frisch renovierten Eingangsbereich der Kirche St.Martin ist ein Platz zum Gebet entstanden. An Ernte-Dank wurde die dort aufgestelle Marien-Ikone geweiht, die die "Maria von der immerwährenden Hilfe" darstellt.

2012:

Abschluß der Bauarbeiten zur Erweiterung des Schulzentrums an der Pfarrer-Grimm-Straße um 10 Klassenzimmer.

2014:

Im Dezember d.J. wird das "Hotel im Bunker" an der Lautenschlägerstr. 26 nach drei Jahren Bauzeit als Apartment-Hotel und Boardinghouse eröffnet. Dazu wurde der wohl einst auf Untermenzinger Flur nach dem Krieg stehen gebliebene Hochbunker umfänglich umgebaut und modernstens saniert mit Platz für 16 exklusive und individuell gestaltete Studios und Suiten, sowie einer geräumigen Dachterrasse.

2015:

Die Pfarrei St.Martin Untermenzing unter ihrem Pfarrer Martin Joseph gibt eine Festschrift heraus "1315-2015 - 700 Jahre urkundliche Erwähnung einer Kirche in Untermenzing". Wesentlicher Verfasser: Werner Attenberger.

2017:

In diesem Jahr begehen Ober- und Untermenzing ihre 1200jährige urkundliche Erstnenung am 6. Nov. 817 (siehe Zeittafel dort).

Zahlreiche Vereine und Organisationen stellen sich dazu in Einzelveranstaltungen - über des ganze Jahre 2017 verteilt - der Öffentlichkeit wieder einmal vor.

Dazu wird von Donnerstag am 13. Juli bis Sonntag 23. Juli 2017 ein großes Festzelt an der Weinschenkstraße in der Nähe zum S-Bahnhof Untermenzing und der Bauseweinallee aufgestellt und betrieben, in dem u.a. auch das Gautrachtenfest des "Huosi-Gaus", veranstaltet vom Heinat- und Volkstrachtenverein "D'Würmtaler" Menzing e.V., abgehalten wird.

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